, Markward Dietmar

GV der Männerriege – zwischen Turnfahrt, Ehrungen und Spitzbuben

33 Turner erscheinen zur GV, in Männerriege-Dimensionen fast schon ein Grossanlass.

Gleich zu Beginn herrscht Hektik, denn die Tische sind rarer als freie Plätze in der Garderobe. Aber die kumulierten Jahre militärischer Erfahrung zahlen sich aus, ein paar Anweisungen hier, etwas Improvisation da, und schon können alle Platz nehmen.

Der offizielle Start erfolgt pünktlich mit exakt 6 Minuten Verspätung, eine rein taktische Verzögerung, damit auch der Letzte noch Zeit hat, ein Bier zu holen. Unser Präsident Jörg Aebi eröffnet die 136. GV und meint trocken: bei der 150. hören wir dann einfach auf. Ambitioniert oder einfach realistisch, wir lassen das mal offen.

Mit einer Schweigeminute gedenken wir unserem verstorbenen Kameraden Paul Kluser. Ein ruhiger Moment, der zeigt, dass Kameradschaft bei uns mehr ist als nur gemeinsam turnen.

Peter Pandiani liefert bereits sein 33. Protokoll ab, wie immer ist es tadellos und wird gutgeheissen. Im Jahresbericht hören wir, dass alle Anlässe durchgeführt wurden, bei uns wird eben geliefert, nicht gelafert. Die Jahresrechnung von Urs Hitz überzeugt wie immer, das Budget ist stabiler als unser Stammtisch nach dem Turnen – wir heissen die Zahlen einstimmig gut.

Wegen mangelnder Teilnehmerschaft verschwindet der Familienanlass aus dem Jahresprogramm, sehr zum Bedauern einiger Anwesenden, ganz geräuschlos geht dieser Entscheid nicht durch. Auch über die Turnfahrt wird engagiert diskutiert. Am Schluss entscheiden wir uns für einen Car-Ausflug in die Umgebung von Willisau mit Besuch der Burg Kastelen aus dem 13. Jahrhundert, danach geht es weiter zum Erlebnishof Burgrain, wo Landwirtschaft und ländliche Kultur im Mittelpunkt stehen. Dölf hätte lieber das Saurer Museum in Arbon besucht, schliesslich sei das sein grösster Konkurrent aus seinen Zeiten als «Webstübler» gewesen. Alte Liebe rostet nicht, alte Rivalitäten offenbar auch nicht.

Die anstehende Turnshow im November findet grossen Anklang. Wir sind uns einig, die Zuschauer werden wir einmal mehr nicht enttäuschen, auch wenn die Latte nach der Glanzleistung der letzten Turnshow auf Hochsprung-Weltrekordhöhe liegt. Der Antrag zur Finanzierung des Schlussessens, bei dem jeder Jubilar einen festen Beitrag leistet und das Defizit von der Kasse gedeckt wird, stösst auf breite Zustimmung. Eine faire Regelung mit Augenmass.

Das Traktandum Ehrungen hat es in sich: Dölf Grieder trat vor genau 50 Jahren in die Männerriege ein. Heute ist er 91 Jahre alt und lässt so manch Jüngeren in Sachen Beweglichkeit ziemlich blass aussehen. Zusammen mit Kurt Enderlin wird er zudem ausgezeichnet, weil beide im vergangenen Jahr sämtliche Turnstunden besucht haben. Jede. Einzelne. Da stellt selbst meine innere «Ausrede-Abteilung» kurzfristig den Betrieb ein.

Der offizielle Teil endet um 21:14 Uhr, also eine Minute früher als erwartet, wir sind da offenbar mit etwas Rückenwind durch die GV gerollt. Nach dem offiziellen Teil geht es nahtlos in die kulinarische Verlängerung. Wienerli von Hans und Fritz stehen bereit, dazu gibt es feine Spitzbuben, gebacken von Hanspeter und seiner Frau Maria. Besser kann man eine GV kaum ausklingen lassen.

Allen, die zum guten Gelingen dieser Generalversammlung beigetragen haben, ein grosses Dankeschön. Wir freuen uns schon jetzt auf alles, was das neue Turnerjahr für uns bereithält.

Hans Jörg Burkhard
Männerriege